16.07.2019

Kreissportgericht entscheidet nach Spielabbruch in der 2. Kreisklasse Staffel 2

Autor / Quelle: Sven Bärensprung

Symbolfoto Foto: colourbox.de

Erneut musste das Kreissportgericht des NFV Kreis Gifhorn eine Entscheidung treffen, welche aufgrund der Tabellenkonstellation am Saisonende eine direkte Aufstiegsentscheidung nach sich zieht.

Das Spiel MTV Gamsen II - SV Gifhorn II  der 2. Kreisklasse Staffel 2 wurde am 02.06.2019 (vorletzter Spieltag) laut Spielbericht und Bericht zu besonderen Vorkommnissen, beim Stande von 13:0 für den SV Gifhorn II vom Schiedsrichter in der 55. Spielminuten abgebrochen, da der MTV Gamsen II nur noch sechs Spieler auf dem Spielfeld hatte.

Nach Regel 03 der Fußballregeln „darf ein Spiel nicht beginnen oder fortgesetzt werden, wenn eines der Teams weniger als sieben Spieler hat“, so dass dem Schiedsrichter, nach einer erneuten Verletzung eines Spielers des MTV Gamsen II, keine andere Wahl blieb, als das Spiel vorzeitig zu beenden.

Da der SV Gifhorn II bei diesem Spiel jedoch nicht spielberechtigte Spieler einsetzte, wurde das Spiel durch den Spielausschuss des NFV Kreis Gifhorn mit 5:0 für den MTV Gamsen II gewertet. Gegen diese Entscheidung legte der SV Gifhorn II Einspruch ein.

Das Bezirkssportgericht entschied am 5. Juli 2019, dass der Einsatz von nicht spielberechtigten Spielern durch den SV Gifhorn als „unschädlich“ zu bewerten ist, da das Spiel nicht regulär beendet wurde. Der SV Gifhorn ist dafür mit einer entsprechenden Geldstrafe zu belegen. Das Verfahren wurde an das Kreissportgericht zwecks einer Spielwertung zurückgewiesen.

Das Kreissportgericht wertete das Spiel im schriftlichen Verfahren durch den stellvertretenden Vorsitzenden Dr. Rainer Königsmann (SV Dannenbüttel) als Einzelrichter, mit 13:0 Toren und 3 Punkten für den SV Gifhorn 2. Zudem wird der MTV Gamsen auf Grund des Spielabbruches mit einer Geldstrafe belegt. Sportgerichtsvorsitzender Jürgen Fricke wurde indes nicht tätig, da er als Vereinsmitglied des MTV Gamsen in diesem Fall als "befangen" galt.

Zur Begründung:

Nach § 37 (4) wird das Spiel mit 0:5 gegen den schuldigen Verein gewertet werden. Dem Gegner wird das Spiel mit 3 Punkten und 5:0 als gewonnen gewertet. Sollte die Tordifferenz beim Abbruch höher sein, wird diese gewertet. In diesem Falle ist der MTV Gamsen II eindeutig für den Spielabbruch verantwortlich, da er nicht ausreichend Spieler zur korrekten Beendigung des Spieles aufbieten konnte. Daher die Spielwertung von 13:0 Tore und 3 Punkte für SV Gifhorn 2 und 0:13 gegen MTV Gamsen II.

Nach Ermittlungen des Sportgerichtes bestätigte der Schiedsrichter den dokumentierten Ablauf. Der MTV Gamsen habe das Spiel schon mit 9 Spielern begonnen, wie auch aus dem Spielbericht zu ersehen ist. Am Ende der 1. Halbzeit schieden davon 2 Spieler verletzt aus, u.a. der Torhüter. In der 55. Minute sprach der Spieler mit der Nr. 77 vom MTV Gamsen den Schiedsrichter an, dass er verletzt das Spielfeld verlassen möchte. Damit war die Mindestzahl von 7 Spielern unterschritten, und der Schiedsrichter setzte das Spiel beim Stand von 13:0 für SV Gifhorn nicht mehr fort.

Gem. § 28 (1) der RuVO „Geltende Beweisregeln“ sind zu beachtende Beweisregeln „bei Vorgängen, die der Schiedsrichter selbst beobachtet oder festgestellt hat, sein Bericht und seine Aussage maßgebend, sofern diese für das Gericht glaubhaft sind.“

Im Rahmen der Ermittlungen bestätigte der Schiedsrichter die Richtigkeit seines Spielberichtes und seines Sonderberichtes. Auch die mündliche Befragung zu den Vorgängen war für das Sportgericht glaubhaft. Der Spielabbruch durch Verschulden des MTV Gamsen erscheint zweifelsfrei.

Durch die Korrektur der Tabelle der 2. Kreisklasse Staffel 2 steigt der SV Gifhorn II somit als Drittplazierter in die 1. Kreisklasse auf. Der bisherige Tabellendritte SV Meinersen II belegt in der Abschlusstabelle nunmehr den vierten Platz.

Der NFV Kreis Gifhorn bedauert, dass es erneut zu einer Auftstiegsentscheidung am "grünen Tisch" kommen musste. Geltende Rechts- und Verfahrensvorschriften, sowie das zu berücksichtigende Urteil des Bezirkssportgerichtes, ließen auch in diesem Fall keinen anderen Urteilsspruch des Kreissportgerichtes zu.

Abschließend ergeht der Hinweis, dass es sich bei jeglichen Sportgerichtsurteilen um individuelle Einzellfallentscheidungen handelt.

Zurück
Seite zuletzt aktualisiert am: 19.08.2019